Ratgeber: Bargeldloses Zahlen / Kartenzahlung

Kartenzahlung: Gebühren für Händler:innen

Laut Studien und Statistiken ist Kartenzahlung so beliebt wie nie in Deutschland. Einige kleine Händler:innen und Geschäfte haben wegen der Kartenterminal-Preise und Gebühren dennoch Vorbehalte gegen bargeldlose Zahlverfahren. Wir zeigen auf, welche Kosten für Sie als Händler:innen entstehen und welche Vorteile Kartenzahlung Ihnen bietet

Diese Kosten erwarten Händler:innen bei der Kartenzahlung

Der Anteil der bargeldlosen Transaktionen im Einzelhandel erhöhte sich von 35,7 Prozent (Jahresende 2019) auf 60,4 Prozent zum Jahresende 2020 (Quelle: Presseportal). Ein gewaltiger Anstieg und Trend, der sich fortsetzen wird. Grundsätzlich unterteilen sich die Gebühren für Bezahlsysteme in fixe und variable Kosten.

Fixe Kosten

Icon Fixkosten

Fixe Kosten fallen bei der Miete eines Kartenterminals an. Bei stationären Geräten, die per Kabel mit Strom und Internet verbunden sind, liegen die monatlichen Mietpreise meist unter 10 Euro. Etwas teurer sind mobile Kartenleser, die tragbar sind und mit einer Dockingstation ausgeliefert werden. Hinzu kommen oftmals geringe Servicegebühren, die dann die monatliche Grundgebühr ergeben. Per Einmalkauf gibt es Kartenleser, die Ihnen anschließend gehören. Hier gibt es keine Grundgebühr, dafür sind die variablen Kosten höher.

Im Jahr 2021 waren im Einzelhandel rund 973.000 Kartenlesegeräte im Einsatz (Quelle: Girocard), fast acht Prozent mehr als im Vorjahr. Für den Kauf oder die  Miete eines Kartenlesegeräts entstehen einmalige oder monatliche Kosten. Die Höhe der Kosten richtet sich nach der Ausstattung des Geräts.

Bei uns liegt die monatliche Grundgebühr für ein modernes Miet-Terminal  zwischen 6,99 und 12,99 Euro. Hinzu kommt eine Service-Gebühr in Höhe von 5,99 Euro sowie 1,99 Euro für das Zentrale Clearing.

Variable Kosten

Icon variable Kosten

Zusätzlich zur Grundgebühr entstehen variable Kosten für das bargeldlose Zahlverfahren am Kassenterminal. Für jede Nutzung fällt eine Transaktionsgebühr an. Für EC-Kartenzahlung wird ein prozentualer Anteil des gezahlten Betrags addiert. Auch bei Kreditkartenzahlung fallen diese Gebühren an. Die Kreditkartengebühren sind in der Regel etwas höher als beim EC-Cash Verfahren.

Bei den Bezahlexperten betragen die Transaktionsgebühren zwischen 7 und 9 Cent. Bei der Nutzung des EC-Cash-Verfahrens mit der Girocard fällt zudem eine Gebühr von 0,25 Prozent des gezahlten Betrages an. Für Visa und Mastercard liegt das so genannte Kreditkarten-Disagio bei 1,19 Prozent. Weitere Aufschläge gibt es bei uns nicht.

Beispielrechnungen: Was kostet Kartenzahlung eine:n Händler:in?

Damit Sie sehen, dass das Anbieten von Kartenzahlung schon längst nicht mehr so teuer ist, wie Sie vielleicht glauben, haben wir zwei Beispiele für unterschiedliche Branchen zusammengestellt.

Kostenbeispiel 1: Kleines Ladengeschäft
80 Kartenzahlungen pro Monat, Gesamtumsatz von 2.000 Euro

LeistungKosten pro Monat
Miete EC Gerät6,99€
Servicepauschale5,99€
Zentrales Clearing1,99€
EC-Umsatz: (0,25% von) 2.000€5,00€
80 Transaktionen à 9ct:7,20€
Gesamtkosten für EC Gerät27,17€

Kostenbeispiel 2: Größerer Friseursalon
200 Kartenzahlungen pro Monat, Gesamtumsatz von 6.000 Euro

LeistungKosten pro Monat
Miete EC Gerät6,99€
Servicepauschale5,99€
Zentrales Clearing1,99€
EC-Umsatz: (0,25% von) 6.000€15,00€
100 Transaktionen à 9ct
+ 100 Transaktionen à 8ct
17,00€
Gesamtkosten für EC Gerät46,97€

Worauf sollten Sie bei der Wahl des Anbieters besonders achten?

  • Die Zahl der Anbieter von Kartenterminals ist groß und der Wettbewerb um Sie als Kund:in noch größer. Nicht alle Anbieter zeigen Transparenz in ihren Preisen und Konditionen. Vergleichen Sie daher unbedingt alle Kosten miteinander und lesen Sie dazu auch das Kleingedruckte der Verträge, denn auch hier können sich noch Gebühren – etwa eine Bearbeitungsgebühr bei Vertragsauflösung oder Ähnliches – verstecken. Fordern Sie ein Rechenbeispiel ein.
  • Unser Tipp: Je geringer die Kosten für eine Terminalmiete, desto genauer sollten Sie hinschauen, denn der Einkaufspreis für ein modernes Kreditkartengerät liegt zwischen 300 und 600 Euro. Mit einer monatlichen Miete von 1 bis 2 Euro lässt sich dieser Preis nicht tragen. Prüfen Sie zudem immer die Aktualität und Generation des angebotenen Terminals. Es kommt nicht selten vor, dass veraltete Bezahlsysteme offeriert werden.
  • Ein weiteres wichtiges Prüfkriterium sollte der Service des Kartenterminalanbieters sein. Wie wäre es mit einem ersten Test? Eine erste Beratung inklusive der Bereitstellung von Infomaterial ist in der Regel kostenlos. Nutzen Sie dies und prüfen Sie die Seriosität, Kompetenz und persönliche Beratung des Anbieters. So gewinnen Sie einen ersten Eindruck, mit welchem Service Sie künftig rechnen können.

Welche Karten sollten Sie akzeptieren?

Im Jahr 2020 besaßen laut einer Allensbach-Studie (Quelle: Statista) 96 Prozent der Befragten ab 16 Jahren eine Girocard. EC Kartenzahlung annehmen ist ein Muss. Wie sieht es mit Kreditkartenakzeptanz aus? MasterCard und Visa sind die am meisten genutzten Kreditkarten in Deutschland. Payment-Apps wie Apple Pay oder Google Pay funktionieren häufig mit Kreditkarte. Am Kreditkartengerät können Sie kontaktlose Zahlverfahren mit dem Handy anbieten.

Debitkarten, die über Visa und Mastercard abgewickelt werden, sind derzeit beliebt. Allerdings sind das keine klassischen Kreditkarten. Die Beträge werden wie bei der EC Kartenzahlung direkt vom Konto des: der Nutzer:in abgebucht, was eine Zahlungsgarantie für Sie darstellt. Für Kartenzahlung mit Debitkarten findet das Kreditkarten-Disagio Anwendung.

Unser Tipp: Kreditkartenakzeptanz wirkt sich im Einzelhandel positiv aus. Zumal Sie in allen Fällen kontaktloses Bezahlen ermöglichen. Die Freischaltung ist bei den Bezahlexperten kostenlos. Kreditkartengebühren entstehen nur, wenn Sie Umsätze mit Kreditkarten einnehmen. Die Fixkosten für Kreditkartengeräte sind gleich, lediglich die variablen Gebühren sind etwas teurer als bei der EC-Karte. Da wir bei den Bezahlexperten mit dem Blended-Modell arbeiten, sprich mit einem Gebührendurchschnittssatz, sind die Kosten für Sie sehr gut kalkulierbar. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick darüber, welche Disagios für welche Kartenanbieter berechnet werden:

Maestro, VPay, Mastercard- und Visa-Debitkarten 0,89%
Mastercard, Visa1,19%
American Express1,5%
JCB / CUP / Diners1,9%
Zuschlag für Firmenkreditkarten (Commercial Cards)+1,3%

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Wir arbeiten täglich daran, Ihnen die besten Konditionen und Ihren Kund:innen einen erfolgreichen bargeldlosen Einkauf zu ermöglichen.

Überblick: Vorteile und Nachteile von Kartenzahlung für Händler:innen

Vorteile von Kartenzahlung sind: Zufriedene Kund:innen, Spontankäufe, Zahlungsgarantie und geringerer Abrechnungsaufwand. Demgegenüber stehen die Kosten für Händler:innen und die technische Abhängigkeit von den Kassenterminals. Was bedeutet das im Detail?

Vorteile der Kartenzahlung für Händler:innen

Icon Kundenverwaltung

Kundenzufriedenheit steigern

Kartenzahlung bringt eine zufriedene Kundschaft mit sich. Mit EC- und Kreditkartenzahlungen verbessern Sie das Shopping-Erlebnis und erhöhen die Service-Qualität. Sie besucht Ihr Geschäft immer wieder, empfiehlt es weiter und ermöglicht höhere Umsätze.

Icon Transaktionen

Mehr Spontankäufe

Einzelhändler:innen, Gastronom:innen und andere Dienstleister:innen sind mit der Akzeptanz von Kartenzahlung in der Lage Spontankäufe zu fördern. Für ausländische Kundschaft ist keine Umrechnung nötig, das macht das Gerät automatisch. Hat ein:e Kund:in kein Bargeld in der Tasche, nutzt er oder sie EC- oder Kreditkarte für Zahlungen.

Icon Kosten

Weniger Zahlungsausfälle

Im Gegensatz zum Bargeldhandling haben Händler:innen eine Zahlungsgarantie. Sowohl beim EC-Karten-Verfahren als auch bei der Zahlung mit Kreditkarte wird vor einem Kaufabschluss die Bonität der Konsumierenden geprüft.

Icon Geldtransfer

Mehr Sicherheit

Bargeld muss bei der Bank ein gezahlt oder an einen Geldtransport übergeben werden. Bei Kartenzahlung besteht ein geringeres Sicherheitsrisiko, als wenn sich Mengen an Scheinen und Münzen in der Kasse befinden.

Icon Buchhaltung

Geringerer Abrechnungsaufwand

Laut einer Studie der Deutschen Bundesbank dauert eine Kassenabrechnung mit Bargeld im Schnitt 17 Minuten. Der Abrechnungsaufwand ist geringer, wenn Sie Kartenzahlung anbieten.

Nachteile der Kartenzahlung für Händler:innen

Erstens

Kosten für Kartenzahlung

Wenn Sie ein Kartenlesegerät mieten oder kaufen, entstehen für Sie einmalige oder monatliche Kosten. Hinzu kommen variable Gebühren. Die Kosten entstehen aufgrund technischer Vorgänge bei Kartenzahlung und dem Zusammenspiel von Banken und Dienstleistern.

Aufzählung zweitens

Technische Ausstattung

Durch die Nutzung eines Kartenlesegeräts sind Sie von der Technik abhängig. Funktioniert das Internet nicht oder liegt eine Störung vor, kann eine Kartenzahlung unter Umständen nicht abgewickelt werden. Bei den Bezahlexperten können Sie Kartenterminals mit eingebauten SIM-Karten mieten, damit jederzeit eine Netzabdeckung gewährleistet ist. Weiterhin stehen wir Ihnen in solchen Fällen mit einem schnellen, unkomplizierten und persönlichen Service gerne zur Seite.

Unsere Kartenlesegeräte im Überblick

Es gibt dutzende Geräte auf dem Markt. Wir haben sie getestet und uns für die vier (unserer Meinung nach) besten Geräte entschieden. Mehr brauchen Sie ehrlicherweise gar nicht als Auswahl, weil sich bei einer Gerätekategorie (stationär mit zwei Kabeln, stationär mit WLAN, mobil) weder der Funktionsumfang noch der Preis unterscheidet.

Kartenlesegeräte mit Kabel

Mobile Kartenlesegeräte

Welche Kosten verursachen Zahlungen mit Bargeld für Händler:innen?

Ein häufiges Argument gegen die Einführung von EC Kartenzahlung mit Girokarten sind die Kosten und die intransparenten Verträge mit Payment-Dienstleistern. Bargeld sei weniger aufwendig und kostenfrei. Ist das so?

Abschreibungen

Rechenbeispiele haben gezeigt: Beim Umgang mit Bargeld entstehen Kosten für Abschreibungen auf Tresore, Geldzählgeräte, Geldwaagen, Geldscheinprüfgeräte, Safebags und Versicherungen in Höhe von durchschnittlich 100 Euro pro Jahr und Kasse.

Bankgebühren

Einzahlungsgebühren bei Bundesbankfilialen oder Geschäftsbanken sowie daraus resultierende Buchungsgebühren kommen hinzu. Bei Direkteinzahlungen über so genannte P-Behälter liegen die Bundesbankgebühren beispielsweise 6,75 Euro je Einzahlung. Ergänzt werden die Kosten durch Kontoführungsgebühren.

Geldtransporte und Bargeldbearbeitung

Geldtransportkosten schlagen im Mittel mit 19,75 Euro zu buche. Geldbearbeitungskosten in Cash-Zentren werden meist in Promille des zu bearbeitenden Geldwertes berechnet. Teilweise gibt es Mindestgebühren für Safebags oder ähnliches. Bei einigen Unternehmen können Kosten für das Monitoring der Bargeldlogistik hinzukommen.

Wechselgeldversorgung

Hinzu kommen Kosten für die Wechselgeldversorgung, die sich üblicherweise in Rollenpreisen (Cent je Rolle) niederschlagen. Einige Unternehmen zahlen neben dem Preis pro Rolle noch Pauschalen je Bestellung beziehungsweise Anlieferung an den Geld- und Wertdienstleister.

Neben diesen Kosten und Gebühren lässt sich durch Kartenzahlung auch der zeitliche Aufwand, welcher mit dem Zählen und Zur-Bank-bringen des Bargeldes einhergeht, einsparen. Nicht nur der Weg zur Bank sondern auch menschliche Zählfehler können dadurch vermieden werden – ein Kartenterminal rechnet jederzeit exakt ab.

Gründe, warum einige Händler:innen dennoch keine Kartenzahlung annehmen

Auch wenn Bargeld nicht kostenfrei ist, verweigern einige Händler:innen und kleine Läden hartnäckig die Annahme von Kartenzahlung. Entweder der technische Fortschritt wird auf Kosten der Kundenzufriedenheit ignoriert. Oder die Vertragsgestaltungen und die versteckten Kosten mit Aufschlägen mancher Payment-Dienstleister werden kritisiert.

Die Bezahlexperten setzen schon bei Ihrer Anfrage auf Transparenz und eine persönliche Beratung. Wir ermitteln für Sie die optimale Lösung, um Kartenzahlung anzubieten und legen Ihre Kosten mit unseren Akzeptanzverträgen offen – ohne Zusatzgebühren.

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    Häufige Fragen

    Es gibt fixe Kosten, die entweder einmalig (bei Kaufgeräten) oder monatlich bei Kartenterminals zur Miete entstehen. Variable Kosten entstehen bei der Annahme von Kartenzahlung als Transaktionsgebühren und Disagio für die Nutzung von Girokarten, Debitkarten oder Kreditkarten.

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