Ratgeber: Bargeldloses Zahlen / Kartenzahlung

Kreditkarten annehmen: Kosten

Kompliziertes Preismodell, einfach erklärt

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland erstmals mehr als 1 Milliarde Bezahlvorgänge mit einer Kreditkarte abgeschlossen. Das sind über 100 Millionen mehr als im Vorjahr 2015. Noch liegt Deutschland in der Nutzung der Kreditkarte weit hinter skandinavischen oder englischen Ländern, holt aber nach und nach auf. Vor allem durch die Verbreitung von Diensten wie Apple Pay oder Google Pay, bei denen meist eine Kreditkarte hinterlegt ist, steigt die Nachfrage stetig an.

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, günstig die Kreditkarten Ihrer Kunden zu akzeptieren und so den besten Service zu bieten. Das Wichtigste zuerst: Wir haben einen verlässlichen Gebührensatz für Sie und kein Lockangebot mit zig Aufschlägen hintenrum. Nachfolgend erklären Ihnen die Unterschiede bei der Kreditkarten-Akzeptanz.

Vorweg: Die beiden Varianten der Preisgestaltung bei Kreditkartengebühren

Achtung, Fach-Chinesisch: Es gibt zwei Modelle: „Interchange“ und „Blended“.

  • Interchange: Hierbei gibt es einen Basissatz, auf den dann noch verschiedenste Gebühren aufgeschlagen werden – je nachdem, welche Karte Ihr Kunde benutzt. Beispiele folgen weiter unten im Text.
  • Blended: Es gibt quasi einen Durchschnitts-Gebührensatz und keine Aufschläge mehr (oder nur für ganz besondere Fälle). Auch hierzu finden Sie Beispiele weiter unten.

Die meisten Payment-Dienstleister verwenden das Interchange-Modell. Das ist nämlich super, weil man einen tiefen Lockpreis bei den Gebühren hinschreiben kann. Hintergrund: Wenn bei jeder Zahlung eh Zusatzgebühren von 0,5 – 1% auf den Basissatz obendrauf kommen, kann man natürlich mit 0,89% Gebühr werben.

Wir bei den Bezahlexperten hingegen verwenden das Blended-Modell. Mit meist 1,19% für Visa und MasterCard sieht es für Sie auf den ersten Blick so aus, als wenn wir teurer als die Konkurrenz wären. Das ist aber nicht so, denn bei uns können Sie mit den 1,19% kalkulieren. Lediglich für sogenannte Commercial Cards, also Firmen-Kreditkarten, gibt es einen Aufschlag von 1,3%. Da können wir aber ehrlicherweise nichts dran ändern, das geben Visa und MasterCard so vor und das ist bei allen Dienstleistern genau gleich.

Kosten für die Akzeptanz von Kreditkarten

Während man also bei der Zahlung mit EC-Karte schon im Voraus die Kosten genau vorhersagen kann, ist dies bei Kreditkarten und dem InterChange-Gebührenmodell leider sehr schwierig. In den letzten Jahren haben sich die Kreditkartenfirmen MasterCard und Visa zahlreiche neue Gebühren ausgedacht, die nur schwer zu durchschauen sind.

Ein Überblick:

  • Der Basis-Prozentsatz
    Sie finden in den meisten Angeboten von Payment-Dienstleistern die Basissätze für das Disagio von Kreditkarten wie Visa und MasterCard. Das ist dann oft ein günstiges Lockangebot wie 0,9%.

Dazu kommen allerdings unterschiedliche Zuschläge, wie z.B.:

  • Zuschlag Non-EWR Transaktionen
    Gilt für Transaktionen mit Karten, die außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums herausgegeben und innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums akzeptiert werden sowie im umgekehrten Fall. Beispiel: Ein Amerikaner zahlt bei Ihnen in Berlin mit Kreditkarte.
  • Card Scheme Development Fund
    Für nationale und intra-europäische und auch über-regionale Transaktionen erheben die Kreditkartenfirmen „einfach so“ diese Zusatzgebühr, die auf das Disagio aufgeschlagen wird.
  • Zuschlag NON-EMV/NON-Contactless ACQ Fee
    Eine weitere abstruse Gebühr: Wenn Sie ein Kartenterminal besitzen, dass nicht über die Funktion „Kontaktlos zahlen“ verfügt, wird ein Aufschlag von 0,09% erhoben.
  • Acquirer Purchase Volume Fee
    Wahrscheinlich können nichtmal MasterCard oder Visa im Detail erklären, was diese Gebühr konkret bedeutet. Fakt ist aber: Sie wird auf alle Zahlungen aufgeschlagen.

Es gibt noch weitere Zuschläge. So nimmt z.B. Visa eine „Visa Acquirer Clearing and Settlement Fee“ i.H.v. 0,55% (Stand 01.07.2020). Das bedeutet: Sobald Ihr Kunde eine Visa-Karte zückt, liegt die Kreditkartengebühr schon nicht mehr beim Lock-Basissatz von z.B. 0,9%, sondern bei 1,45%.

Kurz zur Verdeutlichung: Das ist nicht unser Modell. Bei den Bezahlexperten können Sie verlässlich mit dem Gebührensatz kalkulieren. Bei uns gibt es, außer für Commercial Cards, keine Zuschläge.

Beispielrechnungen:

Wir möchten Ihnen mit drei Beispielen die Auswirkungen verdeutlichen und nehmen einen fiktiven Basis-Prozentsatz von 1,00%:

Beispiel 1: In einer Arztpraxis oder einem Restaurant wird mit einer privaten deutschen MasterCard bezahlt. Die Praxis/ das Restaurant hat ein modernes Kartenterminal, das auch kontaktloses Bezahlen erlaubt.

  • Basis-Prozentsatz: 1,00%
  • Card Scheme Development Fund: 0,085% + 2 Cent
  • Acquirer Purchase Volume Fee: 0,075%

=> Gesamt-Prozentsatz: 1,16% + 2 Cent

Beispiel 2: In der gleichen Arztpraxis wird mit einer deutschen privaten Visa-Karte bezahlt.

  • Basis-Prozentsatz: 1,00%
  • Card Scheme Development Fund: 0,085% + 2 Cent
  • Acquirer Purchase Volume Fee: 0,075%
  • Visa Acquirer Clearing and Settlement Fee: 0,55%

=> Gesamt-Prozentsatz: 1,71% + 2 Cent

Beispiel 3: In einem Restaurant zahlt der Gast mit der Firmenkreditkarte von Visa.

  • Basis-Prozentsatz: 1,00%
  • Card Scheme Development Fund: 0,085% + 2 Cent
  • Acquirer Purchase Volume Fee: 0,075%
  • Zuschlag Firmenkarten: 1,30%
  • Visa Acquirer Clearing and Settlement Fee: 0,55%

=> Gesamt-Prozentsatz: 3,01% + 2 Cent

Zum Vergleich: Unser Bezahlexperten-Kreditkarten-Preismodell:

Wir nehmen die gleichen Beispiele:

  • Beispiel 1: Arztpraxis, private deutsche MasterCard: 1,19% Gebührensatz bei uns
  • Beispiel 2: Arztpraxis, private deutsche Visa: 1,19% Gebührensatz bei uns
  • Beispiel 3: Restaurant, Firmen-Visa-Karte: 2,49% Gebührensatz bei uns

Und wie finden Sie raus, welches Gebührenmodell Sie angeboten bekommen?

Ganz einfach: Lassen Sie sich schwarz auf weiß ausrechnen, was Sie eine Zahlung in Höhe von 100 Euro mit einer deutschen privaten Visa-Karte final kosten würde. Und fallen Sie bitte nicht auf Lockangebote mit einem Gebührensatz von 0,9% oder weniger herein.

Trotz höherer Kosten im Vergleich zu EC-Zahlung: In den meisten Fällen ist die Annahme von Kreditkarten sinnvoll

Kreditkarten verbreiten sich immer mehr und es gibt nur wenige Unternehmen, die auf die Akzeptanz verzichten sollten. Leider sind die Gebühren höher als bei EC-Zahlungen, aber dennoch sind Kosten von 2,49 Euro bei einer 100-Euro-Firmenkreditkarten-Zahlung zu verschmerzen, wenn der Gast aufgrund des Services beim Bezahlen gerne wiederkommt und ein Glas Wein mehr trinkt (oder seinen Geschäftspartnern ausgibt). Und gerade ausländische Kunden, aber auch immer mehr deutsche, zahlen nahezu ausschließlich mit Kreditkarte.

Außerdem können Sie ohne die Freischaltung von Kreditkarten in der Regel kein modernes Bezahlen per Smartphone anbieten.

Außerdem: Es fallen für die Freischaltung auf Ihrem Kartenlesegerät keine Kosten an und es gibt auch keine Fixkosten. Sie sollten daher zumindest Visa und MasterCard als Backup-Lösung in Ihrem Kartenterminal hinterlegt haben. Sprechen Sie uns einfach an.

Interessiert? Dann stellen Sie uns eine Anfrage

Wir arbeiten täglich daran, Ihnen die besten Konditionen und Ihren Kunden einen erfolgreichen bargeldlosen Einkauf zu ermöglichen.

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