Ratgeber: Bargeldloses Zahlen / Kartenzahlung

Bargeldhandling vs. Kartenzahlung

Ist Bargeld wirklich günstiger als Kartenzahlung?

Viele Unternehmer haben noch Vorbehalte gegen die Kartenzahlung in ihrem Geschäft – und das, obwohl sich das bargeldlose Bezahlen auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit erfreut. Ihr Hauptargument: Kartenzahlung ist teuer. Doch stimmt das tatsächlich? Wir werfen einen genaueren Blick auf die Kosten von Bargeldhandling.

Icon Mit Karte zahlen

Kartenzahlung anbieten trotz der Kosten?

Immer wieder stellen wir fest: Jene, die Kartenzahlung noch nicht anbieten, haben vor allem Vorbehalte aufgrund der anfallenden Kosten. Monatliche Grundgebühren plus umsatzabhängige Gebühren – das klingt erstmal teuer.

Dabei haben wir eine gute Nachricht für Sie: Kartenzahlung ist heute nicht mehr besonders teuer – sie lohnt sich finanziell sogar meistens. Welche Vorteile bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten bieten, erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel.

Was kostet Kartenzahlung? Das hängt von Ihrem Umsatz und der Anzahl der Transaktionen ab. In unserem Artikel Kartenzahlung: Kosten für Händler finden Sie zwei Rechenbeispiele. Dort erfahren Sie, warum der Laden mit 2.000 Euro Kartenumsatz gerade einmal 26,17 Euro und der Laden mit 6.000 Euro Umsatz nur 45,97 Euro monatlich für bargeldloses Zahlen bezahlt.

Jetzt wollen wir aber erstmal einen Blick auf die bisherige Alternative werfen: das Bargeld. Ist Bargeld anzunehmen denn kostenlos? Günstiger? Einfacher?

Icon Kasse

Kosten für das Bargeldhandling auf einen Blick

Hier geben wir Ihnen einen Überblick über die Kosten, die beim Bargeldhandling anfallen. Eines bereits vorab: Sie werden sich wundern, wie teuer diese Bezahlmethode für Sie als Händler ist.

Abschreibungen

Beim Bargeldhandling entstehen Kosten für Abschreibungen auf Tresore, Geldzählgeräte, Geldwaagen, Geldscheinprüfgeräte, Safebags und Versicherungen in Höhe von durchschnittlich 100 Euro pro Jahr und Kasse. Diese Kosten wurden laut der Untersuchung als eine Minute pro Kassenabrechnung verrechnet. Für den gesamten Einzelhandel ergeben damit in Summe 72,5 Millionen Euro pro Jahr oder 200 Euro pro Jahr und Betrieb. Dem deutschen Einzelhandel entstehen zudem Kassendifferenzen bei Barzahlungen von jährlich etwa minus 17 Millionen Euro.

Wechselgeldversorgung

Hinzu kommen Kosten für die Wechselgeldversorgung, die sich üblicherweise in Rollenpreisen (Cent je Rolle) niederschlagen. Einige Unternehmen zahlen neben dem Preis pro Rolle auch noch Pauschalen je Bestellung beziehungsweise Anlieferung an den Geld- und Wertdienstleister.

Unternehmen, die ihre Münzgeldversorgung über (Haus-) Banken abwickeln, bekommen ihre Münzgeldrollen entweder kostenfrei zur Verfügung gestellt oder zahlen im Durchschnitt etwa 0,35 Euro pro Rolle. Im Mittel der Zahler und Nichtzahler beträgt der durchschnittliche Preis, den kleine und mittelständische Handelsunternehmen pro Rolle zahlen rund 0,15 Euro.

Der gesamte Einzelhandel benötigt pro Jahr etwa 350 bis 400 Millionen Rollen Münzgeld. Bei einer Bewertung von 275 Millionen Rollen zu 0,10 Euro und 100 Millionen Rollen zu 0,15 Euro ergeben sich Gesamtkosten für die Münzgeldversorgung in Höhe von rund 42,5 Millionen Euro pro Jahr. Das entspricht etwa 7,5 Prozent der Gesamtkosten für Wechselgeldversorgung und Bargeldentsorgung.

Geldtransporte und Bargeldbearbeitung

Geldtransportkosten, die sich normalweise in sogenannten Stopppreisen ausdrücken, schlagen im Mittel mit 19,75 Euro zu buche. Geldbearbeitungskosten für die Bargeldbearbeitung in Cash-Zentren werden in der Regel in Promille des zu bearbeitenden Geldwertes berechnet. Teilweise gibt es hier auch Mindestgebühren für Safebags oder ähnliches. Durchschnittlich zahlen Unternehmen hier eine Gebühr von 0,41 Promille je bearbeitetem Geldwert. Bei einigen Unternehmen können außerdem noch Kosten für das Monitoring der Bargeldlogistik hinzukommen.

Einzahlungs- und Buchungsgebühren

Zu guter Letzt kommen noch die Einzahlungsgebühren bei Bundesbankfilialen oder Geschäftsbanken sowie daraus resultierende Buchungsgebühren hinzu. Bei Direkteinzahlungen über so genannte P-Behälter liegen die Bundesbankgebühren beispielsweise 6,75 Euro je Einzahlung.

Weitere Nachteile des Bargeldhandlings

Neben den reinen Kosten gibt es jedoch weitere Aspekte, die gegenüber der Kartenzahlung von Nachteil sind.

Der Aufwand

Jede Woche Bargeld zur Bank bringen. Jeden Abend die Kasse Zählen. Das kostet Zeit. Mit Karte gezahlte Umsätze sind am nächsten Tag auf Ihrem Konto. Von ganz allein und mit dem richtigen Betrag.

Zählfehler

Haben Sie viel Kleingeld? Da verzählt man sich schnell mal. Überall dort, wo Kleinbeträge die Regel sind (Bäcker, Kiosk, Zeitschriftenladen etc), werden Fehler gemacht. Das ist menschlich. Mal werden 20 Cent zu viel rausgegeben, mal zu wenig. Ein Kartenterminal rechnet exakt ab.

Vorteile von Kartenzahlungen gegenüber Bargeldhandling

Soviel zum Bargeldhandling. Aber welche Vorteile bringt eine verstärkte Kartennutzung für Geschäftsinhaber? Und ist die Bezahlung mit EC- oder Kreditkarte für Händler tatsächlich teurer als das Bargeldhandling? Wir gehen der Sache auf den Grund.

Icon Kundenverwaltung

Kundenzufriedenheit steigern

Wie bereits aus den zuvor genannten Ausführungen deutlich wird, bringt die Möglichkeit des bargeldlosen Bezahlens zufriedene Kunden mit sich. Denn mit einem Angebot von EC- und Kreditkartenzahlungen verbessern Sie das Shopping-Erlebnis der Konsumenten und steigern demzufolge auch ihre Zufriedenheit. Zufriedene Kunden wiederum sind loyale Kunden. Sie besuchen Ihr Geschäft immer wieder, empfehlen es weiter und sorgen damit am Ende auch für höhere Umsätze.

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Mehr Spontankäufe

Einzelhändler, Gastronomen und andere Dienstleister sind mit diesem Angebot außerdem in der Lage Spontankäufe fördern. Das ist nur logisch, denn hat der Kunde nicht das nötige Kleingeld in der Tasche, zückt er einfach seine EC- oder Kreditkarte, um ein Produkt zu kaufen.

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Weniger Zahlungsausfälle

Für Händler ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist außerdem, dass man bei Kartenzahlungen im Gegensatz zum Bargeldhandling weniger Zahlungsausfälle hat. Denn sowohl beim EC-Karten-Verfahren als auch bei der Zahlung mit Kreditkarte wird vor einem Kaufabschluss die Bonität der Konsumenten geprüft. Gleichzeitig verringert sich für Einzelhändler und Gastronomen die Gefahr Falschgeld anzunehmen.

Icon Geldtransfer

Mehr Sicherheit

Scheine und Münzen müssen zudem einmal pro Woche oder sogar noch häufiger zur Bank gebracht werden. Das ist nicht nur aufwändig, sondern auch risikoreich. Denn auf dem Weg zur Bank ist durchaus ein Raubüberfall möglich. Gleiches gilt auch für den Fall eines Überfalls in ihrem Ladenlokal. Hier kann der Verlust geringer sein, wenn mehr Kartenzahlung genutzt wird. Denn dann befinden sich unter Umständen weniger Scheine und Münzen in Ihrer Kasse als beim reinen Bargeldhandling.

Infografik Kosten fix

Geringerer Abrechnungsaufwand

Auch der Abrechnungsaufwand ist geringer, wenn Ihre Kunden mit Karte bezahlen. Denn das Zählen des Wechselgeldbestands zu Schichtbeginn und der Tageseinnahme nach Dienstschluss sowie des zusätzlichem Münzrollenvorrats, die Vorbereitung einer Ersatzkasse, Wechselgeldbestellung und -empfang, die Wegezeiten vom Kassenbüro zum Kassenplatz – all das ist aufwändig und dauert. Laut einer Studie der Deutschen Bundesbank ergeben sich unter Berücksichtigung aller Tätigkeiten, die mit dem Bargeldhandling verbunden sind, durchschnittlich 17 Minuten je Kassenabrechnung. Diese Zeit kann man stattdessen lieber in die Pflege von Kundenkontakten investieren.

Fazit: Kartenzahlung ist nicht teurer als Bargeldhandling

Anders als viele Einzelhändler und Gastronomen annehmen, ist Kartenzahlung nicht unbedingt teurer als die Bezahlung mit Münzen und Scheinen. Denn das Bargeldhandling verursacht ebenfalls immense Kosten, die sich ziemlich summieren können. Noch dazu ist es mit einigen Nachteilen verbunden, sowohl für Kunden als auch für Sie als Händler.

Icon Trend

Kartenzahlung wird in Einzelhandel und Gastronomie zum Alltag

Neben all den oben genannten Aspekten, die für das Anbieten von Kartenzahlung sprechen, möchten wir zum Schluss noch einmal betonen, dass Kartenzahlung heute kein besonderer Service ist, sondern zum Standard gehören sollte.

Lange war Bargeld das liebste Zahlungsmittel der Deutschen – und damit hing Deutschland im europäischen Vergleich hinterher. Doch Kartenzahlung wurde in den letzten Jahren auch hier immer beliebter. Seit der Corona-Pandemie wurde dieser Zustand nochmal verstärkt: Denn immer mehr Menschen entdecken das kontaktlose Bezahlen an der Ladentheke und in der Gastronomie für sich.

Die Zahlen sprechen für sich

Laut einer repräsentativen Studie des Branchenverbandes Bitkom haben mehr als drei Viertel (79 Prozent) der Bundesbürger von September bis November 2020 mindestens einmal kontaktlos mit Karte, Smartphone oder Smartwatch bezahlt. Dabei nutzten sieben Prozent diese Möglichkeit mehrmals täglich, elf Prozent einmal am Tag, 28 Prozent mehrmals pro Woche und weitere 20 Prozent zumindest einmal pro Woche.

Auch wenn sich der Trend zum bargeldlosen Bezahlen bereits vor der Corona-Krise deutlich abzeichnete, scheint sich diese Bezahlmethode nun allmählich zum stabilen Verbraucherverhalten hin zu entwickeln. Mit Blick auf die Nutzung der kontaktlosen Girocard wird dieser Anstieg besonders deutlich. 41 Prozent der Befragten geben an, diese momentan verstärkt zu nutzen und sie auch in Zukunft häufiger verwenden zu wollen. Zu Beginn der Kontaktbeschränkungen waren es noch 36 Prozent, die die kontaktlose Girocard intensiver nutzen.

Andere Zahlen belegen diese These ebenfalls: Der Anteil der Transaktionen der Girocard kontaktlos erhöhte sich von 35,7 Prozent (Jahresende 2019) auf 60,4 Prozent zum Jahresende 2020. Insgesamt wurde die Girocard im vergangenen Jahr 5,5 Milliarden Mal genutzt, rund eine Milliarde Mal mehr als noch 2019. Das geht aus einer Online-Umfrage von infas quo unter 1.399 Personen im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme hervor.

Die Veränderungen im Bezahlverhalten gehen auch mit einem Wandel im Bezahlgefühl und -verhalten der Deutschen einher. Etwa jeder Zweite (47 Prozent) hat der Umfrage zufolge das Gefühl Barzahlungen würden im Handel weniger gern gesehen. 41 Prozent der Befragten gaben sogar an, in Geschäften aktiv darauf hingewiesen zu werden, bargeld- oder kontaktlos zu zahlen: Mehr als ein Drittel (34 Prozent) der Befragten hat sein Verhalten verändert und hält sogar aktiv nach der Kartenzahlung in kleineren Geschäften Ausschau. Jeder Vierte (26 Prozent) geht darüber hinaus bewusst in Läden, die bargeldlose Bezahlsysteme akzeptieren.

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